Leipziger Stadtteilexpeditionen

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Die Stadt aus der Perspektive ihrer Bewohner*innen.

Jede Leipziger Stadtteilexpedition wird in einem kollaborativen Prozess gemeinsam mit Bewohner*innen eines Viertels entwickelt. Gemeinsam erarbeiten wir einen temporären Stadtplan, anhand dessen das Publikum das Viertel aus der Perspektive derjenigen entdecken kann, die hier leben, arbeiten und es gestalten. Ziel ist es, einen Rahmen für sehr persönliche Begegnungen zu schaffen und gleichzeitig zu einer Neuordnung der mentalen Stadtpläne jedes Einzelnen beizutragen und Vorurteile abzubauen.

Für ein bis vier Wochen ziehen wir in ein einen leerstehenden Laden oder sind zu Gast in einem Café oder Stadtteilladen und eröffnen dort unser temporäres Projektbüro. Während der Projektlaufzeit gehen wir täglich durch das Viertel spazieren und laden zu verschiedenen Veranstaltungen, um mit so vielen verschiedenen Menschen wie möglich ins Gespräch zu kommen. Wir heißen die Nachbarschaft bei einem ‚Tausch-Café‘ willkommen, bei dem wir selbst gebackenen Kuchen gegen Geschichten, Erinnerungen oder Visionen rund um das jeweilige Viertel tauschen, laden zu thematischen Filmnachmittagen, Diskussionsrunden, von Anwohner*innen geführten Spaziergängen, laden zum Picknick auf öffentlichen Plätzen, rufen Nachbar-Challenges aus oder organisieren eine Nachbarschaftsausstellung. Nach und nach erschließen wir uns so das Viertel.

Zum Abschluss findet eine öffentliche Stadtteilexpedition statt, bei der die Gäste eingeladen sind, das Viertel anhand eines besonderen, temporären Stadtplans zu erkunden. Jeder, der sich in die finale Expedition einbringen möchte, ist willkommen. Auch die Ergebnisse der Projektphase, die Entdeckungen und gesammelten Geschichten fließen in die finale, öffentliche Expedition mit ein. Dadurch gestaltet sich jede Expedition anders. Anhand des Stadtplans bewegen sich die Gäste eigenständig durchs Viertel. Auf der Karte sind Orte markiert, an denen man Menschen treffen kann, die zu einem offenen Austausch, einem persönlichen Gespräch einladen. Ziel ist es, reale Begegnungen zu ermöglichen, um nicht übereinander zu reden, sondern miteinander ins Gespräch zu kommen. Das kann in einem Café, auf einer Parkbank oder in einer Wohnung sein. Auf dem Weg kann man bemerkenswerte Orte entdecken, die uns während der Recherchephase gezeigt wurden, Aufgaben ausführen oder Geschichten finden. Die Expeditionen sind nicht geführt. Anhand des Plans entscheiden die Gäste selbst, was sie erkunden, wen sie treffen oder wie lange sie an einem Ort bleiben möchten. Zum Abchluss laden wir Gäste, Nachbarn und Teilnehmer zu einem Austausch ein und lassen sie ihre ganz persönlichen Stadtpläne Leipzigs zeichnen.

An der Entwicklung dieses Projektes arbeiten wir seit 2011. Im Juli 2014 realisierten wir in Kooperation mit dem Pöge-Haus e.V. die erste Expedition, die uns entlang der Eisenbahnstraße führte. Seither realisierten wir inzwischen insgesamt 9 Expeditionen im Leipziger Osten und in Grünau. Im September 2017 lädt die 10. Expedition in Kooperation mit der TU Chemnitz nach Probstheida zur Erkundung der Langen Lene, eines der längsten deutschen Plattenbauten. Für 2018 sind bereits weitere Ausgaben geplant, die uns und euch in den Süden und Norden locken.

Das Projekt wurde bei der internationalen Konferenz Walk21 Vienna 2015 mit einem Walking Visionaries Jury Preis in der Kategorie „Walking and the Arts“ ausgezeichnet

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Kennst du deine Stadt? Finde es raus! Lade dir hier eine blanko Karte von -> Leipzig (pdf ca 800kb) herunter und zeichen deinen ganz persönlichen Blick, deine Zuschreibungen, deine eigenen Klischees ein und schicke sie uns. Die Einsendungen sind dann in der -> Galerie persönlicher Stadtpläne zu sehen.

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